Leseprobe aus Federpferde

Federpferde

An manchen Tagen schwitzt die Erde.
An manchen Tagen stürmen
strahlend weiße Federpferde
und wiegen sich wie Meeresschaum,
wie Schnee von Sonnenstrahlen
durch den Raum.

Ihr Lauf ist fließend.
Gehetzt von Wind und Stürmen
schichten sie sich zu Wolkentürmen.
Zerfetzt und neu verbunden
sind sie dem Auge schon entschwunden.

So zeugen Wärme, Wasser, Wind
sich noch so manches Himmelskind,
und stetig wird geboren, wächst und stirbt,
und stetig malen Sonnenfarben,
heilt neue Kraft die alten Narben.


Das Meer

Weiße Gischt türmt Wasserwände.
Schwung auf Schwung und ohne Ende,
wütet, spült es, fließt es leise,
rauscht es stets auf seine Weise.


Sonnenaufgang

Es drängt die Sonne
hinterm grauen Horizont
und glüht sich langsam
in den Tageslauf.
Die hellen Strahlen gleiten
in dämmrig graue Weiten
und schließen sich
die Knospen auf.


Die Käselöcherrutsche
oder
Wie Lieschen das Gleichgewicht verlor

Lieschen sitzt auf einem Käse.
Plötzlich rutscht sie mit Getöse
rein in eines seiner Löcher
und dann fällt sie noch und nöcher
immer tiefer, immer schneller,
bis sie landet auf dem Teller.

So da unten angekommen
fühlt sie sich noch sehr benommen
und genauso wie ein Zwerg
unter einem Käseberg.

Doch bei diesem Schnellgeflutsche
auf der Käselöcherrutsche
wurde es ihr langsam klar,
was das für ein Käse war.
Klarer wurd`s von mal zu maler:
Dieses war ein Emmentaler!

 

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